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Neues aus der Wissenschaft
ESMO-Krebskongress 28.9.-2.10.2012 in Wien
Neues beim Brust- und Eierstockkrebs
Her2-positiver Brustkrebs
2 Jahre Trastuzumab ist nicht wirksamer als 1 Jahr beim Brustkrebs nach Operation und Chemotherapie – Ergebnisse der HERA Studie
(Goldhirsch et al.)
Somit stellt Trastuzumab über ein Jahr nach der Operation verabreicht weiterhin den Standard beim frühen Her2-positiven Brustkrebs dar.
Eierstockkrebs
Bevacizumab beim Rückfall von fortgeschrittenem Eierstockkrebs - Die AURELIA-Studie zeigt positive Ergebnisse (Poveda et al.)
Bislang wird beim Eierstockkrebs meist eine Chem otherapie mit einem Tumormedikament verabreicht, wenn zuvor die platinhaltige Chemotherapie keine Wirkung mehr gezeigt hat.
Die Aurelia-Studie hat eine Monotherapie (Chemotherapie mit einem Medikament) gegenüber einer gleichen Chemotherapie in Kombination mit Bevacizumab, einem zielgerichteten Medikament, das die Blutgefässneubildung hemmen kann, untersucht. Es wurde ein konsistent günstiger Effekt von Bevacizumab in Kombination mit Paclitaxel, PEG-liposomalem Doxorubicin und Topotecan gezeigt.
Die Nebenwirkungsrate war durch die Zugabe von Bevacizumab mit Ausnahme erhöhten Blutdruckes nicht relevant erhöht.
Literaturnachweis:
Goldhirsch A et al.: HERA trial: 2 years versus 1 year of trastuzumab after adjuvant chemotherapy in women with Her2-positive early breast cancer at 8 years of median follow-up. Annals Oncol 23 (Suppl. 9)(2012) LBA6
Poveda A et al.: Weekly paclitaxel, pegylated liposomal doxorubicin or topotecan + bevacizumab in platinum-resistant recurrent ovarian cancer: Analysis by chemotherapy cohort in the GCIG Aurelia randomised phase III trial. Annals Oncol 23 (Suppl. 9)(2012)
Autor: Univ. Prof. Dr. Edgar Petru
Univ. Klinik für Frauenheilkunde der Med. Univ. Graz
Klinische Abteilung für Gynäkologie
Auenbruggerplatz 14
8036 Graz
Aktuelle Studie vom Brustkrebskongress in San Antonio im Dezember 2011
In einer Studie aus Seoul wurden 411 Patientinnen, die sich einer Brustkrebstherapie unterziehen mussten, vor der Operation und ein ½ Jahr danach hinsichtlich ihrer körperlichen Aktivität untersucht. In der Untersuchung handelte es sich im Durchschnitt um jüngere und schlanke Frauen.
Diese Brustkrebspatientinnen haben sich im ersten ½ Jahr nach Diagnosestellung besonders mit Autofahren, Shopping und Fernsehen beschäftigt, jedoch nur wenig mit körperlicher Aktivität.
Dieses Verhalten hat zu einer Verschlechterung der körperlichen Kondition um 17% geführt. Diese Daten weisen neben der bekannten, meist auftretenden, deutlichen Gewichtszunahme von Brustkrebspatientinnen nach der Operation auf die Wichtigkeit von körperlicher Aktivität hin.
Obst und Gemüse und der Zusammenhang mit Darmkrebs
Die wissenschaftlichen Daten zum Verzehr von Obst und Gemüse als mögliche Schutzfaktoren vor Darmkrebs sind uneinheitlich. Der Grund dafür könnte sein, dass die Obst- und Gemüsezufuhr unterschiedliche Auswirkungen auf die einzelnen Darmabschnitte aufweist.
Eine aktuelle klinische Studie aus Australien konnte nun zeigen, dass das Risiko für Dickdarmkrebs der oberen Regionen durch erhöhten Konsum von Kohlgemüse reduziert wird.
Tiefer gelegene Dickdarmkrebsformen (z.B. Mastdarmkrebs) wiederum können durch einen erhöhten Verzehr von Kohlgemüse, Äpfeln und orangefarbenem Gemüse verringert werden.
Es wurde kein Zusammenhang zwischen dem Gesamtkonsum von Obst und Gemüse und der Häufigkeit von Darmkrebs festgestellt.
Quelle: N. Annema et al., J Am Diet Assoc 2011
Schutz vor Gebärmutterhalskrebs durch Impfung
Pflanzliche Östrogene bei Brustkrebs
Zwischen 2002 und 2005 wurden von einer Untersuchergruppe des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg im Rahmen der MARIE – Studie 1140 Frauen, die nach den Wechseljahren an Brustkrebs erkrankt waren, Blutproben entnommen.
Nach einer mittleren Beobachtungszeit von 6 Jahren wurde der Enterolakton-Spiegel (= repräsentativ für die pflanzlichen Östrogene) in Bezug zum klinischen Verlauf der Erkrankung gesetzt.
Nur Patientinnen mit hormonunabhängigem Brustkrebs, die erhöhte Enterolaktonspiegel aufwiesen, hatten eine bessere Prognose. Dies galt jedoch nicht für die (grössere) Gruppe von Frauen, die einen hormonabhängigen Brustkrebs hatten.
Nach Meinung der Heidelberger Wissenschaftler ist es einfach, sich mit einer Kost, die reich an Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Gemüse ist, zu versorgen. Damit ist eine ausreichende Zufuhr von Lignanen möglich. Von zusätzlichen Nahrungsergänzungsmitteln z.B. in Form von Tabletten oder Kapseln wird klar abgeraten.
Quelle: K. Bruck et al; Journal of Clinical Oncology 2011